Impressionen

Impressionen auch Aachen's schönstem Viertel

Burtscheider Kurgarten: Schulkinder pflanzen eine Zelkove

  • Kinder der Klasse 4a der Grundschule Michaelsbergstraße beschäftigten sich im Unterricht mit Klimawandel, Naturschutz und Insektensterben. Daraus entstand der Wunsch, im Umfeld der Schule einen Baum zu pflanzen.
  • Die Idee stieß bei den Baumfachleuten der Stadt auf offene Ohren. Sie schlugen vor, eine Zelkove im Burtscheider Kurgarten zu pflanzen. Deren Vorgängerin aus dem Jahr 1890 musste vor einigen Jahren gefällt werden, weil sie krank war.
  • Der Burtscheider Kurgarten ist die zweitälteste Parkanlage in Aachen. Er wurde erstmalig im Jahr 1823 eröffnet und hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

Die Baumkolonne der Stadt war schon im Burtscheider Kurgarten aktiv geworden, als die Kinder der Klasse 4a der Grundschule Michaelsbergstraße in den Park strömten. Die Kinder waren auf dem Weg zu „ihrer“ Zelkove, die sie zusammen mit den Baumfachleuten der Stadt Aachen am 10. April eingepflanzt haben.

„Die Baumpflanzung geht zurück auf eine Initiative der Schülerinnen und Schülern unserer Schule. Sie wollten unbedingt in ihrem direkten schulischen Umfeld einen Baum pflanzen“, erzählte Lehrerin Christiane Ponßen-von Wolff. Voraus gegangen war diesem Wunsch eine ausgiebige Debatte in der Schule über Klimawandel, aktiven Naturschutz und Insektensterben. Dabei lernten sie auch die von Schülerinnen und Schülern organisierte weltweit aktive Initiative „Plant for the Planet“ kennen. Diese will Menschen in der ganzen Welt dazu bewegen, neue Bäume zu pflanzen. Entsprechende Baumpflanzungen gab es auch schon an verschiedenen Orten in Aachen.

„Der Wunsch der Kinder stieß bei uns auf offene Ohren“, sagte Dr. Peter Gleißner vom Fachbereich Umwelt. Und sein Kollege Norbert Hermanns ergänzte: ‚“Die Vorgängerin der neuen japanischen Zelkove, ebenfalls eine Zelkove aus dem Jahr 1890, stand ganz in der Nähe und musste vor einigen Jahren gefällt werden, weil sie krank war und nicht mehr sicher stand.“

Der Kurgarten ist das grüne Herz im Burtscheider Kurgebiet. Nach dem Waldpark Lousberg ist er der älteste Park in Aachen. Er hat heute eine Fläche von 2,7 Hektar (27000 Quadratmeter). Es gibt dort ungefähr 200 größere Bäume. Im Jahr 2000 konnten zusammen mit den Großsträuchern 64 Laubholzarten und sechs Nadelholzarten nachgewiesen werden.

Der Burtscheider Kurgarten wurde im Jahre 1823 eröffnet. Die seinerzeit vom Aachener Stadtgärtner Martin Hoffmann entworfene und mit der Ausführung betraute Anlage ist mehrfach umgestaltet worden. Hinter der 1859 errichteten Viktoriahalle wurde um 1887 ein Kurhaus errichtet. Zeitgleich wurden der Kalt- und der Warmbach überwölbt, die bis dahin offen flossen.

Noch vor der Eingemeindung Burtscheids im Jahre 1905 wurde eine erste Umgestaltung im Jahre 1897 abgeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Burtscheider Kurgarten durch die Bombardierung im Jahre 1944 weitgehend zerstört. Die Talsohle des Parks war teilweise meterdick mit Kriegsschutt verfüllt. Die ursprüngliche Parkgestaltung ging weitgehend verloren. Im Rahmen der ersten Neugestaltung durch Gartenarchitekt Schreiber blieben nur die Hangbereiche längs der Damm- und Michaelsbergstraße auf altem Niveau erhalten. Der neue Kurpark wurde 1952 eröffnet und 1969 im Süden nochmals erweitert.

Der rund 15 Jahre alte Baum wurde in der Baumschule bereits viermal verpflanzt. Der Baum ist vier Meter hoch und hat einen Stammumfang von 25 Zentimeter.

Die japanische Zelkove (Zelkova serrat) ist ein mittelgroßer bis großer Laubbaum, der 20 bis 25 Meter hoch und bis 12 Meter breit wird. Es zeichnet sich durch einen kurzen grauen Stamm aus, der sich in viele aufrechte Hauptäste mit braunroten, überhängenden Zweigen teilt und einen breiten, runden Kopf bildet.

Der Baum hat abwechselnd angeordnete Blätter, die bis zu zwölf Zentimeter lang und fünf Zentimeter breit wachsen. Die zugespitzten, eilänglichen Blätter sind scharf gesägt mit spitzen Zähnen, oberseits sattgrün und rau, unten heller grün und relativ glatt. Im Herbst wechseln die Blätter zu Gelb-, Orangen-und Rottönen. Die Blüten sind gelb-grün, nicht auffällig und kommen in engen Gruppen entlang neuer Stängel vor. Die Früchte sind unscheinbar. Die Zelkove benötigt nahrhaften, humosen, sandig-lehmigen Boden und einen sonnigen bis halbschattigen Standort.

Der in Japan, Korea, Taiwan und China verbreitete Baum wurde erstmals um 1830 nach Europa gebracht. Zelkoven werden in Fachkreisen als „Zukunftsbäume“ für den Klimawandel beschrieben. Als hitze- und trockenheitstolerantes Gehölz ist der Baum vor allem in den Innenstädten den einheimischen Linden, Ahorn und vielen anderen Laubbaumarten überlegen.

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.