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Die Mustangs – das Ende einer Legende

Mustangs sind die lebende Legende Amerikas. Sie leben frei, wild und unberührt in den Weiten Amerikas. Doch ihr Lebensraum ist bedroht. Mustangs leben auf öffentlichem Land für dessen Nutzung die Wildpferde mit den Interessen von Land- und Holzwirtschaft, Bergbau und dem Energiesektor konkurrieren.

Weil Mustangs Jahrzehnte lang gejagt wurden, waren sie Anfang der 1970er Jahre vom Aussterben bedroht bis der Wild Free-Roaming Horses and Burros Act die Mustangs 1971 unter Bundesschutz stellte. Seitdem ist das Bureau of Land Management (BLM) mit dem Auftrag betraut, den Bestand der vielen Mustangs und einiger Wildesel zu verwalten. Heute leben geschätzt 88.090 Equiden auf BLM-Flächen. Das BLM hat die undankbare Aufgabe öffentliche Flächen zwischen Viehhaltung, Mineralienabbau, Holzbau, Wildtieren und Mustangs aufzuteilen. In den letzten Jahren wurde auf das politische Verlangen nach Energieunabhängigkeit hin vermehrt Land zur Öl- und Gasförderung freigegeben. 44 Millionen Hektar verpachtet an Öl- und Gasindustrie stehen knapp 5 Millionen Hektar für Wildpferde gegenüber.

Der begrenzte Lebensraum und das Fehlen von natürlichen Fressfeinden wie dem Puma führt zu Überpopulation. Die Herdengrößen verdoppeln sich ungefähr alle vier Jahre. Mit ihrer schnellen Fortpflanzung treiben sich die Mustangs gegenseitig in den Hunger. Durch die Überweidung ruinieren die Wildpferde nicht nur ihren eigenen Lebensraum, sondern auch den der Wildtiere und -pflanzen. Die Überpopulation hat Auswirkungen auf die Biodiversität.

Dazu kommen Dürreperioden mit Nahrungsknappheit und fehlendem Wasser. Während Experten sich streiten, ob Mustangs eine einheimische oder invasive Art sind, ob die biologische Aufnahmefähigkeit ihres Lebensraums mit den maximalen Ausnutzungszahlen des BLM für die Flächen (Appropriate Management Levels) übereinstimmt, ob man die Natur ihren Lauf nehmen lassen oder Mustangs wieder zum Abschuss freigeben sollte, leiden die Mustangs. Eine Vergrößerung der Flächen für die Wildpferde scheint notwendig. Doch wo ist der Sinn, wenn auch dieses Land in ein paar Jahren zerstört und von Mustangs überbevölkert ist?

Eine Möglichkeit die Mustangs frei und wild zu lassen ist die Fruchtbarkeitskontrolle durch Kastration, aber auch durch das umstrittene porcine zona pellucida (PZP). PZP soll Stuten zeitweise unfruchtbar machen. Die Unfruchtbarkeit einer Stute reduziert ihren Wert für die Herde und kann die Rangordnung innerhalb der Herde verändern. Es scheint auch, als sei das Ende der Wirkung von PZP nicht absehbar. Die Folge ist, dass Stuten außerhalb der Saison trächtig und ihre Fohlen zu nah am Winter geboren werden. Beide Tiere sind geschwächt und haben schlechte Überlebenschancen. Das Erforschen dieser und anderer Optionen geht weiter, das Geld für deren Umsetzung fehlt jedoch. Dazu kommen der fehlende politische Wille und einige Organisationen, die „zum Wohl des Mustangs“ gegen ein solches Einschreiten in die Natur sind. Auf eine Art werden die Mustangs zu Tode geliebt, denn die Menschen möchten den Mustang frei, wild und unberührt wissen. Sie realisieren nicht, dass die Wildpferde, wenn nichts gegen deren Überbevölkerung getan wird, aussterben werden und dabei ganze Ökosysteme des wilden Westens Amerikas kollabieren.

Um der Überpopulation direkt entgegenzuwirken, fängt das BLM jährlich etwa 11.000 Equiden aus der Wildnis ein. Auch das Einfangen einiger Wildpferde aus einer Herde hat Auswirkungen auf die Herdendynamik. Wenn ältere Pferde aus der Herde gefangen werden, so fehlt deren Weisheit. Werden jüngere Pferde gefangen, so steigt der Fortpflanzungstrieb der älteren Pferde, was die Überpopulation weiter vorantreibt. Die Konsequenzen für das Verhalten der Mustangs sind noch tiefgreifender.

Trotz der Konsequenzen werden die Mustangs eingefangen. Helikopter, berittene Ranger und „Judas“-Pferde bringen die Mustangs zu einem Pferch. Sie werden nach Alter und Geschlecht sortiert und in Auffangstationen gebracht. Dort werden die Pferde mit dem Kaltbrand versehen, Wunden versorgt und Hengste kastriert. In den Auffangstationen standen im Mai 2019 laut BLM 47.254 Pferde und warteten darauf für 125 $ adoptiert zu werden. Jährlich werden weniger Mustangs adoptiert als geboren.

Die Mustang Heritage Foundation organisiert viele Veranstaltungen und Programme mit dem Ziel trainierte Pferde zu vermitteln. Das Extreme Mustang Makeover, bei dem Trainer im Wettbewerb miteinander Mustangs in 100 Tagen zähmen, ist ein erfolgreiches Event. Trotzdem nimmt die Zahl der Adoptierenden ab und die Zahl der Mustangs in Auffangstationen zu. Manche Auffangstationen sind schon jetzt überfüllt. Der BLM sucht inzwischen auch nach privaten Flächen, um eingefangene Mustangs zu halten.

Nun lebt die amerikanische Legende eingezäunt bei Wasser und Heu vor sich hin. Allein diese Versorgung kostest den Staat 2 $ pro Pferd pro Tag. Für die Versorgung der Wildpferde und -esel in Gefangenschaft zahlt das BLM 50.000.000 $ jährlich. Das sind 2/3 des Jahresbudgets der Behörde. Schon in ein paar Jahren wird das Wild Horse and Burro Program des BLM einer ökologischen und ökonomischen Notsituation nie gesehenen Ausmaßes gegenüberstehen. Die Haushaltskürzungen der Trump-Regierung beschleunigen diese Entwicklung zusätzlich.

Wildpferdexperte Ben Masters erwägt auch die Euthanasie von Pferden, denen ein Leben in der Auffangstation bevorsteht, weil sich kein Adoptierender oder Käufer findet. Er sieht keinen anderen Ausweg, denn der BLM wird zukünftig nicht alle Pferde am Leben halten können. Der Lebensraum der Mustangs leidet durch die Überbeanspruchung. Das Land wird für Jahre zerstört sein. Während Mustangs zu tausenden in Auffangstationen stehen, haben andere Wildtiere, die zuvor auf der Fläche lebten einfach ihren Lebensraum verloren. Ist das Retten aller Wildpferde den Tod anderer Wildtiere wert? Masters sagt „Nein!“ und möchte mit seinem Vorschlag Mustangs einschläfern zu lassen die Diskussion über das nachhaltige Management der Mustangs und ihrem Lebensraum wiederbeleben. Masters Hilfeschrei wurde ignoriert. Der Kongress hat 2017 gegen die Euthanasie der Mustangs gestimmt. Eine Diskussion über die Situation der Mustangs? Verbesserungsvorschläge? Fehlanzeige.

American Mustang Germany setzt sich seit 2017 für die Mustangs ein. Durch das Projekt MUSTANG MAKEOVER Germany konnten sie viele Menschen für diese einzigartigen Pferde begeistern und europaweit Aufmerksamkeit für die Situation der Mustangs schaffen. Viele Mustangs haben dadurch in Europa ein Zuhause gefunden. American Mustang Germany hofft mittelfristig auch Druck auf die US-Politik ausüben zu können, ihr Kulturgut Mustang besser zu schützen.

 

Informationen zum MUSTANG MAKEOVER in Deutschland

Das in Europa einzigartige pro Pferd Event findet vom 23.-25. August 2019 zum dritten Mal auf dem CHIO Aachen Gelände statt. Ziel ist es nicht nur auf die Situation der amerikanischen Mustangs hinzuweisen, sondern in hohem Maße Wissen zu vermitteln.

Drei Tage „Pferd total“ bieten nicht nur die europaweit einzigartige Challenge der 16 Trainer mit ihren Mustangs, sondern auch die Reitsportmesse, die MUSTANG VILLAGE mit der Möglichkeit die Trainer zu interviewen und die Mustangs hautnah zu erleben und das ganztägige Kursprogramm der MAKEOVER ACADEMY und der MAKEOVER EXPERTS mit mehr als 30 Trainerkursen und über 20 Fachvorträgen von Profis wie Sandra Schneider, Peter Kreinberg, Luuk Teunissen, Dr. Vivian Gabor, Horseman Guy Robertson aus England, Souel Maleh, Dr. Jean-Yves Guray, Marco Jentsch, den Pat Parelli Instruktoren Walter Gegenschatz und Ralf Heil und vielen mehr.

 

Weitere Informationen:

Presseportal: https://mustangmakeover.de/infos-faq/presse/

Bilddatenbank: https://my.hidrive.com/share/euloic7w6p

Websites: www.mustangmakeover.de + www.american-mustang.de

MustangMakeoverGermany

 

 

 

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