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Urkunde im Stadtarchiv wird 1.000 Jahre alt

– Anlässlich des Jubiläums gibt es einen Aktionstag sowie eine Präsentation der Urkunde im Centre Charlemagne.

– Kaiser Heinrich II. stellte die Urkunde am 21. Januar 1018 für das im Süden der Stadt gelegene Benediktinerkloster Burtscheid aus.

– Die Schenkung umschreibt ein Gebiet von teils bereits neu erschlossenen und teils für die Rodung vorgesehenen Ländereien, die das Kloster umgaben und aus denen sich das reichsfreie Territorium der Abtei Burtscheid entwickelte.

Die älteste Urkunde des Stadtarchivs aus dem Jahre 1018, eine Schenkung von so genanntem Neubruch, feiert am 21. Januar 2018 ihr 1.000 Jubiläum. Aus diesem Anlass wird die Urkunde vom 21. Januar bis zum 25. Februar im Rahmen der Dauerausstellung des Centre Charlemagne der Öffentlichkeit präsentiert. Den Auftakt dieser Präsentation bildet ein Aktionstag am Samstag, 20. Januar, an dem die Urkunde im Foyer des Centre Charlemagne kostenlos für alle interessierten Menschen sehen sein wird. Zusätzlich finden verschieden Vorträge, die die Geschichte der Urkunde beleuchten, ebenfalls kostenlos statt und präsentieren das Stadtarchiv, die Gesellschaft Burtscheid für Geschichte und Gegenwart sowie die Burtscheider Heimatfreunde ihre Angebote.

(v.l.n.r.) Archivleiter Dr. René Rohrkamp, Uwe Reuters vom Verein Burtscheider Heimatfreunde und Dr. Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne, präsentieren die „jubilierende“ Urkunde aus dem Jahre 1018, die älteste im Stadtarchiv bewahrte Urkunde. Copyright © Stadt Aachen / Andreas Herrmann

Die Urkunde kam 1351 in den Besitz der Stadt Aachen
Kaiser Heinrich II. hatte die Urkunde für das im Süden der Stadt gelegene Benediktinerkloster Burtscheid ausgestellt, das 20 Jahre zuvor von Kaiser Otto III. (983–1002) gegründet worden war. Die Urkunde betrifft die Stadt Aachen darum nur zum Teil. Sie kam im Jahr 1351 gemeinsam mit anderen Urkunden in den Besitz der Stadt Aachen, nachdem die damalige Äbtissin die Gerichtsbarkeit und das Dorf mit seinen Einwohnern an die Stadt Aachen übertragen hatte.

Inhalt der Schenkung Heinrichs II. war ein durch die Urkunde genau umschriebenes Gebiet von teils bereits neu erschlossenen und teils für die Rodung vorgesehenen Ländereien, die das Kloster umgaben und aus denen sich das reichsfreie Territorium der Abtei Burtscheid entwickelte. Mit der Übertragung der Ländereien förderte Heinrich II. nicht nur die junge Klostergründung, sondern steckte zugleich dauerhaft die Grenzen der reichsunmittelbaren Herrschaft der Abtei ab. Es handelte sich damit um die bedeutendste Schenkung an die Burtscheider Mönche, da erst durch sie ein eigenes Herrschaftsgebiet unmittelbar beim Kloster geschaffen wurde. Erst zum 1. April 1897 wurde Burtscheid, das nach der Auflösung des Klosters als selbstständiger Ort weiterbestanden hatte, durch Eingemeindung zu einem Stadtteil Aachens.

Typisches Erscheinungsbild einer ottonischen Urkunde
Die Landschenkung Heinrichs II. an das Benediktinerkloster Burtscheid zeigt das typische Erscheinungsbild einer ottonischen Urkunde. Die verwendete Schrift ist die diplomatische Minuskel mit ausgeprägten Ober- und Unterlängen, besonders hervorzuhebende Textteile wurden noch stärker durch besonders langgezogene Buchstaben (litterae elongatae) betont. Eine solch aufwendige Gestaltung spiegelt das Bestreben wider, nicht nur den textlichen Inhalt festzuhalten und zu transportieren, sondern bereits auf den ersten Blick zu verdeutlichen, dass der Inhalt auf den Herrscher zurückgeht und dass die Urkunde als seine Stellvertretung diesen Inhalt garantiert.

Die Urkunde ist damit mehr als ihr reiner Text: Sie vertritt den Herrscher durch ihren Aufbau, sein Monogramm und sein Siegel, und sie soll auf schriftunkundige Betrachter schon allein durch ihre kunstvolle Ausführung eine Wirkung ausüben, die bereits Ehrfurcht hervorruft, bevor diesen der Text vorgetragen wird. Die Pergamenturkunde ist in lateinischer Sprache verfasst. Sie ist etwa 51 cm hoch und etwa 64 cm breit. Deutlich ins Auge springt das aufgedrückte Majestätssiegel in braunem Wachs, das einen Durchmesser von 7,8 cm hat.

Der Aktionstag am 20. Januar:
11 bis 11.15 Uhr – Begrüßung und Einführung
11.15 bis 11.45 Uhr – Vortrag Clemens M. M. Bayer

„Zur früheren Geschichte der Abtei Burtscheid“
11.45 bis 12.15 Uhr – Vortrag Monika Gussone

Die älteste Urkunde im Stadtarchiv Aachen: Heinrich II. schenkt dem Kloster in Burtscheid Neubruchländereien (21. Januar 1018)“
12.15 bis 12.45 Uhr – Vortrag Holger Dux

„Die Schatzkammer der ehemaligen Reichabtei“
Die Vorträge dauern jeweils etwa 20 Minuten, nach jedem Vortrag gibt es 10 Minuten Zeit für Fragen und zur Diskussion.

Anlässlich des Jubiläums erscheint eine gedruckte Studie von Monika Gussone mit dem Titel “Die älteste Urkunde im Stadtarchiv Aachen – Heinrich II. schenkt dem Kloster in Burtscheid Neubruchländereien (21. Januar 1018)”, in der sie die Urkunde untersucht und sie in ihren historischen Entstehungskontext setzt. Die Studie wird ab dem Aktionstag sowohl im Shop des Centre Charlemagne als auch im Aachener Stadtarchiv zum Preis von 10 € zu erwerben sein.

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