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Impressionen auch Aachen's schönstem Viertel

Altstadtquartier: Erste archäologische Untersuchungen gestartet

  • Auf dem Eckgrundstück Nikolausstraße / Antoniusstraße finden seit dem heutigen Montag (4. November) Grabungen statt. Zu römischen und mittelalterlichen Zeiten waren am Büchel viele Betriebe angesiedelt. Experten vermuten entsprechende Funde im Erdreich.
  • Oberbürgermeister Marcel Philipp: „Wir handeln nicht irgendwann, sondern jetzt.“ Verwaltung stellt weitere vorbereitende Arbeiten an, um Schließung und Abriss des Büchel-Parkhauses zeitnah umzusetzen.
  • Ein besonderer Dank der Stadt geht an die Familie Falter, die es erst ermöglicht hat, dass die Archäologen bereits mit dem Bagger auf dem Privatgrundstück am Büchel anrücken können.

Die Stadt Aachen hält das Tempo beim Großprojekt Büchel hoch und unternimmt die nächsten Schritte. Am heutigen Montag (4. November) haben vor Ort erste archäologische Grabungsarbeiten begonnen. Hierfür nimmt Stadtarchäologe Andreas Schaub zunächst eine Fläche auf dem Eckgrundstück Nikolausstraße / Antoniusstraße fachmännisch unter die Lupe. Unterstützt werden die Grabungsarbeiten vom Stadtbetrieb und einem Tiefbauunternehmen.

Auf dem Eckgrundstück Nikolausstraße / Antoniusstraße finden seit Montag (4. November) die ersten Grabungen statt. Foto: Stadt Aachen

OB Philipp: „Wir packen nun richtig an!“
Mit Helmut Falter, Chef der Mayerschen Buchhandlung und zugleich Eigentümer des Grundstückes, hat die Stadt zuvor eine Vereinbarung getroffen, damit die archäologischen Untersuchungen in diesem Bereich zügig angegangen werden können. In einem Pressetermin haben Oberbürgermeister Marcel Philipp, die städtische Beigeordnete für Bauen, Planung und Mobilität, Frauke Burgdorff, und Stadtarchäologe Andreas Schaub gemeinsam mit Helmut Falter nun über das aktuelle Vorhaben informiert und einen Ausblick gegeben, welche Schritte die Stadt in den kommenden Monaten unternehmen wird.

„Mit dem Erwerb des Parkhauses und dem Ziel, weitere Grundstücke am Büchel für die Stadt zu kaufen, gewinnen wir eine noch vor Jahresfrist ungeahnte Handlungsfreiheit. Die wollen wir – gemeinsam mit weiteren Partnern – nutzen. Mein Anliegen ist es, dass wir nun auch erste sichtbare Schritte unternehmen. Dass wir zeigen: Wir packen die für unsere Stadt so wichtige Umgestaltung des Nikolausviertels und die dafür notwendigen vorbereitenden Arbeiten nun richtig an. Nicht irgendwann, sondern jetzt“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp. Die nun stattfindenden archäologischen Arbeiten auf dem an das Parkhaus angrenzenden Grundstück der Familie Falter sind der sichtbare Auftakt.

Intensive archäologische Recherchen im Vorfeld
Die Stadtarchäologie beschäftigt sich bereits seit langem mit den Vorbereitungen für das Büchel-Areal. „Das gesamte Gebiet wurde in den letzten Jahren unter verschiedenen bodendenkmalpflegerisch relevanten Gesichtspunkten recherchiert“, sagte Andreas Schaub. So wurde die historische Bebauung am Büchel geprüft und kartiert. Gefördert von der Stadtarchäologie ist zudem an der RWTH eine Dissertation entstanden. Mit der wissenschaftlichen Arbeit ist das Palaeo-Relief der Innenstadt – also die natürliche Oberfläche in vor- und frühgeschichtlichen Zeiten – erforscht worden.

Zu römischen und mittelalterlichen Zeiten waren am Büchel viele Betriebe angesiedelt. Experten vermuten entsprechende Funde im Erdreich. Foto: Stadt Aachen

„Die Ergebnisse fließen nun auch in unsere Gesamtbetrachtung mit ein, wenn es um die Frage geht, in welchen Tiefenlagen wir mit historischen Funde rechnen müssen“, erklärte Schaub. Zusammen mit Erkenntnissen aus allen bekannten archäologischen Untersuchungen und Beobachtungen der letzten 120 Jahre, die vorausschauend in den vergangenen Jahren begutachtet worden sind, geht Fachmann Schaub davon aus, dass man mit Funden bei einer Tiefe von bis zu fünf Metern rechnen muss: „Die Akten- und historische Recherche liegt hinter uns. Jetzt schauen wir an markanter Stelle in den Boden rein, um herauszufinden: Wie sieht es dort wirklich aus?“

Stadtbetrieb unterstützt tatkräftig
Mitarbeiter des Stadtbetriebs unterstützen die archäologischen Untersuchungen nach allen Kräften. Sie haben die Baustelle auf dem Grundstück der Familie Falter vorbereitet und eingerichtet. Am heutigen Montag haben sie damit begonnen, in zuvor festgelegten Zonen das oberste Erdreich abzubaggern und wegzutransportieren. Schaub: „Wir beginnen nun unverzüglich mit den archäologischen Arbeiten. Am 20. Dezember soll die Oberfläche wieder hergestellt werden, so dass am Tag darauf das Areal wieder wie gewohnt als Parkplatz genutzt werden kann.“ Das gesamte Vorhaben ist eng mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland abgestimmt. Unterstützung kommt auch vom Archäologischen Arbeitskreis Aachen.

Und was erwarten die Experten am Büchel? Der Stadtarchäologe präzisiert: „Insbesondere in römischer und mittelalterlicher Zeit war der Osten der Altstadt – also auch das Büchel-Gelände – das Industriegebiet schlechthin. Das hatte vor allem damit zu tun, dass Betriebe wie Töpfereien, Glas- und Metallproduk-tionseinheiten feuerbetriebene Anlagen benötigten. Diese lagen aus Sicherheitsgründen meist an den windabgelegenen Seiten der Städte.“ Weitere Erkenntnisse hoffen Schaub und seine Mitstreiter in wenigen Wochen zu haben.

Büchel-Projektteam hat Arbeit aufgenommen
Im September hat die Stadt Aachen unterdessen von der „Büchel Immobilien GmbH“ das Grundstück samt Parkhaus Büchel gekauft. Der Rat der Stadt Aachen hat zudem eine Stadtentwicklungsgesellschaft gegründet. Diese soll das Großprojekt Büchel künftig im engen Verbund mit der Verwaltung optimal vorantreiben. „Schon vor Wochen sind wir hochmotiviert und dezernatsübergreifend mit einem Büchel-Projektteam in die vertiefende Arbeit eingestiegen“, erläuterte Stadtbaurätin Frauke Burgdorff. So werden von der Verwaltung derzeit unter anderem Nutzungsoptionen für das künftige Altstadtquartier Büchel erarbeitet, über die dann die Politik berät. Zusätzlich arbeitet die Stadt mit Hochdruck daran, Schließung und Abriss des Parkhauses vorzubereiten. Der Planungsausschuss hat hierzu jüngst beschlossen, dass die Verwaltung den Pachtvertrag für das Parkhaus mit der Aachener Parkhaus GmbH (APAG) zum 31. März 2020 kündigt.

OB Philipp: „Das Parkhaus Büchel wird geschlossen.“
Oberbürgermeister Marcel Philipp: „Das Parkhaus Büchel wird geschlossen. Dies steht seit Jahren fest. Seit kurzem befindet sich die Stadt als Eigentümerin des Parkhauses in der Position, dies auch zeitnah zu realisieren. Zahlreiche Menschen in der Verwaltung arbeiten mit viel Engagement daran, die politischen Beschlüsse umzusetzen. Zugleich setze ich mich sehr dafür ein, möglichst viele Akteure der Stadtgesellschaft mit einzubinden, um mit der Schließung, dem folgenden Abriss und vor allem der Neugestaltung des Altstadtquartiers ein neues Erfolgskapitel für Aachen aufschlagen zu dürfen.“ Hierzu soll es auch einen intensiven Bürgerdialog geben, den die Stadt derzeit vorbereitet.

Wir packen nun richtig an!“ Oberbürgermeister Marcel Philipp und die städtische Beigeordnete für Bauen, Planung und Mobilität, Frauke Burgdorff bei der Pressekonferenz am Vormittag. Foto: Stadt Aachen

Frauke Burgdorff ergänzte: „Unser Team hat bereits viele Ideen formuliert. Wir sprühen regelrecht vor Tatendrang. Auch mit bundesweit anerkannten Stadtentwicklungsexperten haben wir jüngst erst zum Thema Büchel einen Workshop gestaltet. Ergebnis: Wir sind gut unterwegs, unsere Ziele sind ambitioniert – und machbar. Wichtig ist uns vor allem: Wir wollen so viele Menschen wie möglich mitnehmen. Wir wollen die Baustelle Büchel im Herzen der Stadt zur Schaustelle machen, an der viele mitwirken.“

Um den nun erfolgten Auftakt mit den archäologischen Untersuchungen überhaupt realisieren zu können, dankte Marcel Philipp ausdrücklich der Familie Falter, die hierfür ihr Grundstück zur Verfügung gestellt hat. Helmut Falter hat die Bereitschaft hierzu im Pressegespräch noch einmal unterstrichen. „Dieses bürgerschaftliche Engagement zeigt uns, dass es Akteure in der Stadt gibt, die ihren Teil dazu beitragen wollen, dass der Büchel eine Aachener Erfolgsgeschichte wird“, zeigte sich der Oberbürgermeister zuversichtlich, dass die Planungen für die Umgestaltung des Altstadtquartiers nun Schritt für Schritt angegangen werden können.

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