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Impressionen auch Aachen's schönstem Viertel

AZ – „Woolconnection“: Prima Strickmuster für Freundschaften

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Strickeln und häkeln fleißig, um die Aachener Parks zu verschönern – und viele neue Kontakte zu knüpfen: Ute Fernau und Karin Ratz von der „Woolconnection“. Foto: Andreas Steindl

AACHEN. „Was machen Sie da?“ Wenn Ute Fernau die großen Körbe mit der bunten Wolle in einem der Aachener Parks auspackt, erregt sie unweigerlich Aufmerksamkeit. Die Antwort: stricken, häkeln, Pompons basteln, Zöpfe flechten und damit die Stadt ein bisschen bunter machen. Im eigentlichen und im übertragenen Sinne.

Denn am Wollkorb entstehen Lappen und Schlangen, die Fernau anschließend um Laternenmasten näht oder in Zäune bindet. Und sie werden hergestellt von jedem, der Freude daran hat, mit Wolle etwas entstehen zu lassen und gleichzeitig mit seinem Nachbarn – im Moment sind es allerdings noch fast ausschließlich Nachbarinnen – ins Gespräch zu kommen und damit die Gesellschaft bunter zu machen.

„Kennedypark ist ein Selbstläufer“

„Woolconnection“ hat Ute Fernau ihre Aktion genannt, mit der sie, finanziert von der Bleiberger Fabrik und mit Wolle versorgt von Martin Görg, bis September durch die Parks zieht. „Der Kennedypark ist immer ein Selbstläufer. Da freue ich mich jetzt schon auf den nächsten Termin“, meint die Erzieherin. Im öffentlich zugänglichen Grün finden die Frauen durchs Handarbeiten aus unterschiedlichen Nationen und Kulturen ganz einfach zusammen. „Gerade geflüchtete Frauen haben oft keinen Kontakt zu anderen Nationalitäten. Sie bewegen sich in ihrer eigenen Community.“

Am Wollkorb werden diese Grenzen fließend: „Ein türkischer Junge hat mitten im Ramadan Mengen von Pompons für den Weihnachtsbaum der Familie gebastelt. Eine spanische Studentin wollte sich unbedingt mit gehäkelten Schneeflocken im Westpark verewigen, bevor sie wieder nach Hause reiste“, erzählt Fernau von Begegnungen und Erlebnissen, die ihr immer noch ein Lächeln auf die Lippen zaubern. „Die Kinder übersetzen zwischen ihren Müttern aus Afghanistan, Syrien und der Ukraine.“

Deutsche Frauen guckten sich gern bei den Immigrantinnen Techniken des Strickens und Häkelns ab. „Die können das nämlich alle noch“, so Fernau. Ihre Schwiegermutter, Karin Ratz, ist darin auch versiert. Sie braucht immer Nadel und Wollfaden in den Fingern, strickt und häkelt aber vielleicht noch ein bisschen lieber im Park in Gesellschaft, wo sie dank der Wollfäden ganz schnell Anknüpfungspunkte für Gespräche findet. „Vorurteile lösen sich in Luft auf.“

Dass die „eingestrickten“ Pfähle, Poller und Zäune immer auch wieder von ihren mit einiger Mühe entstandenen Kleidern „befreit“ werden, stört Fernau und Ratz nicht. „Damit muss man rechnen, wenn man Kunst im öffentlichen Raum ausstellt“, findet Fernau. Allerdings beginnt sie mittlerweile meist erst in luftiger Höhe mit dem Einnähen. Die Neugier der Menschen auf die Aktion und auf das Gegenüber lässt sich ohnehin nicht zerstören – nicht mal durch Regen, den es zuletzt ja reichlich gab. „Beim ersten Mal haben wir noch unter einer Kastanie Schutz gesucht. Jetzt bringe ich immer einen Pavillon mit. Es kann auf jeden Fall gestrickt werden!“, betont Fernau und freut sich schon auf die nächste „Woolconnection“.

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/woolconnection-prima-strickmuster-fuer-freundschaften-1.1699264

Anmerkung: Das Beitragsbild unterliegt dem Urheberrecht von Michael Mauer.

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