Impressionen

Impressionen auch Aachen's schönstem Viertel

Demo am Neumarkt – „Für eine solidarische Nachbarschaft“

Heute fand mit etwas Verspätung die für 15.00 Uhr angekündigte Veranstaltung “ Für eine solidarische Nachbarschaft – Schöner leben ohne Nazis“ am Neumarkt statt.

Anlass waren zwei Vorfälle im Viertel, einmal an der Burg (letzten Sonntag) und jetzt zuletzt direkt am Neumarkt (Donnerstag). Die Aachener Nachrichten berichteten bereits mit dem Titel „Erneuter Einsatz im Frankenberger Viertel: Personengruppe greift Männer an“.

Mit der Berichterstattung nicht einverstanden verteilte die Aachener Antifa den im nachfolgenden Bild darstellten „Infozettel“ inkl. Information zur heutigen Demo.

Machen Sie sich bitte selber ein Bild!

Verschiedene Äußerungen im oben gezeigten Flugblatt führten zu argen Verstimmungen im sozial-liberalen / links-liberal geprägten Frankenberger Viertel und zu Diskussionen auf diversen facebook-Seiten.

Wir haben uns die Mühe gemacht die Aussagen zu verifizieren und kommen zu folgendem Ergebnis: Die von der Antifa verteilten Flugblätter hinterlassen mehr Fragen als Antworten und sogar nachweislich falsche Aussagen.

Frage 1: 2 Nazis haben 10-12 Antifa-Mitglieder angegriffen? Zeugenaussagen zufolge ging die Attacke von der Antifa aus. Und überhaupt: Hat jemand jemals erlebt das Nazis aus der Minderheit heraus angreifen? Diese Art Mensch fühlt sich doch nur in einer großen Gruppe stark.

Frage 2: Warum wurde der Verantwortliche im Sinne des Pressegesetzes (V.i.S.d.P.) nicht korrekt benannt? Roman Tisch (romantisch?) auf der Oppenhoffallee 420? Mal abgesehen davon, das es die Oppenhoffallee 420 gar nicht gibt – ein erster Erklärungsversuch uns gegenüber war ein Tippfehler (man meinte sicherlich Oppenhoffallee 42); wurde aber die einzig logische Erklärung (man will den Nazis keine Anschriften zugänglich machen) bis heute nicht ins Spiel gebracht.

Frage 3: Wieso wird das Insulaner am Ende des Textes „nazifreundlich“ dargestellt? Antwort der Antifa:  „Wenn dem nicht so sein sollte (kann ja ein Missverständnis sein!) müsse sich der Insulaner zur Klärung zu einem Gespräch mit der Antifa bereit finden.“ (sic)

Mal abgesehen davon, das in Deutschland jeder unschuldig ist bis seine Schuld von einem Gericht festgestellt wurde und somit die Antifa vor dem Verbreiten des Flugblattes selber ein Gespräch hätte suchen müssen, haben sie diese Äußerung heute erneut als Redebeitrag auf der Demo wiederholt. 🙁

Der mitgebrachte Stromgenerator für die Versorgung der Mikrofonanlage gab nach kurzer Betriebszeit seinen Geist auf – kurzerhand bediente man sich der am Neumarkt vorhandenen Stromleitung – unseres Wissen nach Eigentum des Insulaner. Ironie und Diebstahl (?) pur.

Was also eine grundsolide Sache ist, die Demonstration gegen Rechts, bekommt bei solchen Praktiken mehr als nur einen schalen Beigeschmack. Die FrankenbergerInnen blieben dieser Veranstaltung denn auch mehrheitlich fern. Das o.g. Flugblatt stieß einfach zu sauer auf!!

Flugblatt und Demonstration hätte ohne Phrasendrescherei und Falschdarstellungen das Frankenberger Viertel erobern können – so wurde jede Chance erst einmal vertan.

Die Organisatoren baten die Pressevertreter Personenbilder zu verpixeln, da man sich um Nazi-Gewalt gegen Teilnehmer sorge.  Wir kommen dieser Bitte gerne nach und verzichten auf die Veröffentlichung aller Personenbilder. Diese Bitte ist verständlich und nachvollziehbar.

Wir haben uns diese Selbstdarstellung allerdings nicht bis zum Ende angetan und sind gegangen…

 

 

 

 

 

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5 Antworten

  1. Perry Mansur sagt:

    Ich war an eben diesem Abend im Insulaner zu Gast und habe draußen gesessen, wo ich den Vorfall direkt mitbekommen habe.
    Folgendes sind die Fakten aus meiner Wahrnehmung:

    1. Ich habe die Situation erst bemerkt, als sie vom Insulaner aus sichtbar wurde. Über die Vorgeschichte kann ich daher nichts sagen.

    2. Fünf Schwarzvermummte jagten 2 andere Personen, von denen einer einen Gipsarm hatte unter Nazibeschimpfungen in Richtung Triebelstrasse. Einer der Gejagten hatte einen Teleskopschlagstock, bei mindestens 2 der Verfolger waren Gegenstände in den Händen (hier kann ich ehrlich nur vermuten, ich habe es als Pfefferspray wahrgenommen).

    3. Vor dem Insulaner kam es zu einem Halt, weil sich die Gejagten stellten. Sie beschuldigten die Verfolger, sie mit Pfefferspray angegriffen zu haben und versuchten, die anwesenden Gäste zum Eingreifen zu bewegen. Die Verfolger bezeichneten die beiden Personen als Nazis (es waren keine offen getraagenen Nazisymbole zu erkennen) und versuchten ihrerseits, die Gäste zum Eingreifen zu bewegen. Eine Frau und ein anwesender Sanitäter (erkennbar an seiner Warnjacke) versuchten, beschwichtigend auf beide Parteien einzuwirken. Andere Personen mischten sich ebenfalls verbal ein und versuchten, Ruhe zu stifen. Zu keiner zeit kann hier von „Diffamierungen“ gesprochen werden; es waren nur intensive Versuche, die gewalt nicht eskalieren zu lassen. Währenddessen rief die Wirtin die Polizei.

    4. Die Polizei war in weniger als 5 Minuten, in denen weiter Beschimpfungen zwischen den Konfliktparteien ausgetauscht wurden, mit mehreren Einsatzfahrzeugen vor Ort. Als sich die Wagen näherten, flohen die vermummten Angreifer, während der Verfolgte mit dem Teleskopschlagstock sich der Polizei stellte, seine Waffe abgab und mit den Polizisten redete.

    5. Die Polizei verfolgte die Flüchtenden, was daran erkennbar war, dass immer wieder Sirenen aus den umliegenden Strassen zu hören waren und gelegentlich ein Wagen vorbeifuhr.

    6. Zu keiner Zeit wurde den beiden als Nazis beschuldigten aus dem Insulaner Bier serviert.

    Soweit die von mir wahrgenommenen Vorgänge. Nun zu meiner kurzen Meinung/Schlussfolgerung: Ich habe an selber an vielen Demos gegen Nazis teilgenommen und verabscheue die extreme Rechte zutiefst, aber eine solche Realitätsverzerrung – oder in neudeutsch „alternative Fakten“ – ist einer antifstischen Bewegung nicht würdig.

  2. Joelle sagt:

    Auf unser zum Blog gehörigen facebook-Seite mit gleichem Namen haben die Jungs vom Frankenberger Barber & Social Club ihr Statement abgegeben.

    https://www.facebook.com/wirfrankenberger/?ref=aymt_homepage_panel

  3. Peter Masur sagt:

    Kompliment zu diesem ehrlichen Artikel, der diesen ganzen Quatsch offen benennt! Wir, die offenen und liberalen Frankenberger, sind gegen Nazis, aber auch gegen jeden verbalen und körperlichen Krawall der linksextremen Szene.

  4. Leon Haverstroh sagt:

    Ich war selber bei keinem der Vorfälle (auch nicht der Demo) anwesend. Den Artikel hier finde ich aber unglücklich formuliert.

    Zur ersten Frage kann ich natürlich nichts sagen, wer wen angegriffen hat, kann man wohl nur beurteilen wenn man es selbst beobachtet hat.

    Zur zweiten Frage frage ich mich, was der Autor uns damit mitteilen will? Die Antwort auf die Frage hat er sich selbst gegeben, es will offensichtlich niemand seinen Namen unter einen solchen Flyer setzen, nachdem es Schlägereien und Angriffe gegeben hat. Dem Autor ist dies vielleicht nicht bewusst, aber es gab durchaus Zeiten in Aachen, als Nazis in der Innenstadt deutlich präsenter waren, und man als Linker (nicht „Antifa“, auch Parteibüros der Linken und der Grünen und einzelne Politiker wurden damals angegriffen!) Angst haben musste seine Adresse zu veröffentlichen.

    Zur dritten Frage frage ich mich, wo der Autor aus dem Flyer herausliest das Insulaner werde als Nazifreundlich dargestellt. Alles was ich auf dem Flyer lese, ist, dass jemand den vermeintlichen Nazis Bier ausgegeben hat. Ob dies so war oder nicht kann ich ob meiner nicht-Anwesenheit natürlich nicht beurteilen, ebensowenig wie die Frage, ob dies vom Insulaner oder von irgendwelchen Gästen ausging. Herr Maurer, waren sie denn Anwesend und können die Situation besser beleuchten?

    Zu guter letzt möchte ich sagen, dass ich die grundlegende Intention der Demo unterstütze. Auch ich möchte in meinem Viertel keine Nazis, weder im frankenberger Park, noch im Insulaner, noch beim Barber shop, und ich möchte auch keine Nazi-Spruchbänder von der Burg hängen haben! Ich finde es richtig, sich sofort gegen sowas auszusprechen, und nicht wegzuschauen!

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