Impressionen

Impressionen auch Aachen's schönstem Viertel

Der aktuelle Wohnungsmarktbericht 2017 liegt jetzt vor

„2017 wurden in Aachen so viele neue Wohnungen geschaffen, wie seit 20 Jahren nicht mehr. Angesichts dieses Baubooms können wir konstatieren: wir haben vieles richtig gemacht – was die Mobilisierung von Flächen, die Ansprache von Investoren und die verbesserte Abstimmung innerhalb der Verwaltung betrifft“, sagte Professor Dr. Manfred Sicking, städtischer Dezernent für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen, gestern (11. September) in einen Pressegespräch zur Vorstellung des aktuellen Wohnungsmarktberichts, der später am Tag druckfrisch auch den Mitgliedern des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses präsentiert wurde. „Wir müssen jedoch auch selbstkritisch feststellen“, ergänzte er, „dass der massive Neubau, den wir momentan in Aachen verzeichnen können, leider noch immer nicht ausreicht“.

Planungsgrundlage für verschiedene Wohnungsmarktakteure

Der nun vorliegende Wohnungsmarktbericht ist der elfte Bericht zum Aachener Wohnungsmarkt. Er analysiert auf breiter Datenbasis aktuelle Trends und langfristige Entwicklungen auf dem Aachener Wohnungsmarkt. Seine Erkenntnisse

eignen sich als verlässliche Planungsgrundlage für die verschiedenen Wohnungsmarktakteure und dienen der Stadt Aachen als Basis zur Entwicklung integrierter Strategien.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Boom der Wissenschaftsstadt Aachen unverändert anhält. Zum Wintersemester 2017/18studierten mit 57.436 Personen so viele Menschen wie nie zuvor am Standort Aachen. Mit dem Wachstum der Studierendenzahlen ging abermals ein deutliches Bevölkerungswachstum einher. Der Wohnungsmarktbericht zeigt auch, dass diese unveränderte Beliebtheit Aachens als Wohn- und Studienort eine enorme Herausforderung für den Aachener Wohnungsmarkt darstellt. Mit Blick auf die derzeitigen Entwicklungen auf dem Aachener Wohnungsmarkt gibt es dabei eine überaus positive Nachricht zu vermelden: Durch die Anstrengungen der Stadt Aachen und das enge Zusammenwirken mit der Politik und der Wohnungswirtschaft ist die Wohnbautätigkeit in Aachen auf einem erfreulich hohen Niveau angelangt. Im Jahr 2017 wurden so 1.044 Wohneinheiten fertiggestellt.

Flächenknappheit belastetet den Wohnungsmarkt

Ein aktuelles Gutachten des Instituts Quaestio kommt zu dem Ergebnis, dass bis Ende 2019 in der Stadt circa 4.500 Wohneinheiten fehlen, bis Ende 2035 müssten insgesamt sogar mehr als 10.000 Wohnungen neu gebaut werden. Professor Dr. Manfred Sicking: „Wir haben als Kommune eine Gemeinwohlverpflichtung. Wir müssen dafür sorgen, dass im Stadtgebiet Menschen in jeder Bedarfslage angemessenen Wohnraum erhalten. Das wird mit steigenden Bevölkerungszahlen zunehmend schwieriger. Wir haben keine großen Flächenpotentiale mehr. Aachen kann nur noch in der Innenentwicklung wachsen.“ Deshalb, so Sicking, müsse man sich hier neu aufstellen und versuchen, über eine kommunale Baulandstrategie neue Wege zu gehen.

Bezahlbarer Wohnraum wird weiterhin dringend benötigt

Bürgermeister Norbert Plum, Vorsitzender des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses, begrüßte den Bauboom. Er betonte, dass es 2017 erstmals wieder gelungen sei, den Wegfall öffentlich-geförderter Wohneinheiten in der Stadt durch Neubauten zu kompensieren. Dennoch werde weiterhin dringend bezahlbarer Wohnraum benötigt. „Wohnen“, resümierte Plum, „ist ein soziales Grundbedürfnis. Als Politik sind wir daher gefordert, Strukturen zu schaffen, die dafür sorgen, dass alle Menschen gut in Aachen leben können.“ Als Beispiele, wie die Kommunalpolitik mit den Herausforderungen bezahlbaren Wohnraums und der Flächenknappheit umgehen könnte, nannte er unter anderem eine Verlängerung der Bindungsfrist für den öffentlich geförderten Wohnraum, eine Veränderung des Quotenbeschlusses sowie eine Vergabe der Grundstücke nach Konzeptqualität.

(v.l.n.r.) Professor Dr. Manfred Sicking (Dezernent für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen), Bürgermeister Norbert Plum (Vorsitzender des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses), Rolf Frankenberger (Leiter des städtischen Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration) sowie Dana Duikers (Abteilungsleiterin „Planung“ im Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration), präsentieren den aktuellen Wohnungsmarktbericht 2017. Foto: Stadt Aachen / Andreas Herrmann

Kein Leerstand im öffentlich geförderten Wohnungsbau

„Durch politische Grundsatzbeschlüsse und eine intensive Zusammenarbeit von Wohnungsgesellschaften, Investoren und verschiedenen Fachbereichen der Verwaltung sowie der Verwaltung der StädteRegion konnten in den vergangenen Jahren wieder in erheblichem Umfang Wohnprojekte initiiert werden. Aus Fördermitteln des Landes NRW wurden 2017 zudem 208 Mieteinheiten gefördert, davon 185 im Neubau“, berichtete Rolf Frankenberger, Leiter des städtischen Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration. Er erklärte gleichzeitig, dass es seit Jahren de facto im öffentlich geförderten Wohnungsbau keinen Leerstand mehr gebe. Tatsächlich könne bereits jetzt nur noch jedem dritten wohnungssuchendem Haushalt eine öffentlich geförderte Wohnung vermitteln werden. Frankenberger weiter: „ Um auf diese Entwicklung zu reagieren, müssen wir kluge Konzepte entwickeln. Wir sind auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel!“

Runder Tisch der Wohnungsmarktakteure

Dana Duikers, Leiterin der Abteilung „Planung“ im Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration, betonte, dass der Erhalt und die Neuschaffung von dauerhaft bezahlbarem Wohnraum in Aachen auch in Zukunft eine Herausforderung bleiben werde, die alle Aachener Wohnungsmarktakteure nur gemeinsam bewältigen könnten. „Hierzu hat sich die Verwaltung neu aufgestellt und eine zentrale Wohnbaukoordination eingerichtet. Damit soll die Abstimmung zwischen den einzelnen städtischen Fachstellen verbessert und die Entwicklung integrierter Strategien vorangetrieben werden. Seit Ende 2017 gibt es zudem einen so genannten ‚Runden Tisch der Wohnungsmarktakteure‘, der im Juli zum ersten Mal getagt hat. Hier sitzen Politik, Verwaltung, Investoren, Projektentwickler und Verbände gemeinsam an einem Tisch, um praxisnah zu überlegen, welche Lösungen es für die aktuellen Bedarfe gibt“, sagte Dana Duikers. Neben diesen Initiativen läge ein starker Fokus des Fachbereichs auf einer gelingenden Quartiersentwicklung sowie dem Thema „Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“.

Eine gedruckte Ausgabe des Berichtes kann gegen eine Schutzgebühr beim Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration der Stadt Aachen unter der Telefonnummer 0241/432-56306 oder der Mail-Adresse komwob [at] mail [dot] aachen [dot] de angefordert werden. Im Internet ist der Wohnungsmarktbericht ab Mittwoch, 12. September, unter www.aachen.de (Suchbegriff: Wohnungsmarktbericht) zu finden.

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