Impressionen

Impressionen auch Aachen's schönstem Viertel

Madonnen-Figur wacht wieder über das Marschiertor

Sie gilt als Stadtheilige von Aachen, ihr zu Ehren ist nicht nur der Aachener Dom erbaut worden. Die Gottesmutter Maria ist auch an vielen anderen Orten der Stadt präsent. So zum Beispiel an den beiden großen erhaltenen mittelalterlichen Stadtportalen Pont- und Marschiertor, wo die Madonnenfiguren seit jeher dazugehören. An der Madonna am Marschiertor hat in den vergangenen Jahren allerdings sichtbar der Zahn der Zeit genagt. Daher hat sich das städtische Gebäudemanagement im Frühjahr 2017 mit dem Start der aufwendigen Dachsanierung dazu entschlossen, auch die schwere Sandsteinfigur herunterzunehmen und fachgerecht restaurieren zu lassen.

Letzter Feinschliff: Ein Mitarbeiter der Aachener Malerwerkstatt Philipp sorgt für den finalen goldenen Glanz der Marschiertor-Madonna. Foto: Stadt Aachen / Stefan Herrmann

Die Aachener Maler- und Restaurationswerkstatt Philipp hat dies übernommen. Die alte Madonna wurde gereinigt, Substanzschäden wurden ausgebessert und die Farben sind nach Originalbefund wieder aufgefrischt worden. Ein wenig Blattgold darf natürlich ebenfalls nicht fehlen, damit die Madonna wieder strahlend über das Marschiertor wacht. Passenderweise am Donnerstag, 15. August – also an Mariä Himmelfahrt – ist die etwa 130 Kilogramm schwere Steinstatue nun mittels eines Gabelstaplers wieder in fünf Meter Höhe hinauf gefahren. Dort wurde sie von Fachleuten auf ihren Sockel gewuchtet, der in einer Nische direkt über dem Tordurchgang auf stadtauswärtiger Seite steht, und fixiert. Es ist nicht viel bekannt über die Madonna am Marschiertor. Infos über den Erschaffer liegen ebenso im Dunkeln wie das genaue Entstehungsjahr. Experten vermuten aber, dass die Figur Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Historische Aufnahmen deuten ebenfalls darauf hin, dass die etwa 1,50 Meter hohe Madonna bereits um die Jahrhundertwende als Beschützerin der Stadt ihren Platz in der Nische des Marschiertors hatte.

Hoch hinaus: Mit einem Gabelstapler ist die etwa 130 Kilogramm schwere Statue auf fünf Meter Höhe verfrachtet worden. Dort steht sie nun, mit Blick in Richtung Burtscheid, direkt über dem Durchgang des Marschiertors. Stadt Aachen / Stefan Herrmann

Nun steht die Gottesmutter Maria also wieder an Ort und Stelle. Der provisorische Taubenschutz wird in den kommenden Tagen noch durch eine professionelle Abdeckung ersetzt, sodass Vögel samt ihrer Hinterlassenschaften der Statue nicht zusetzen können. Und in den Abendstunden strahlt die Madonna besonders schön, denn über zwei Spots – gesponsert von Aachens ältestem Karnevalsverein Oecher Penn – wird die Figur dann angestrahlt.

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